Patentiert
Ein Patent für X17
Wenn man an einen Erfinder denkt, denkt man an einen Typ Marke „Einstein“, der wilde Versuche in einem chaotischen Labor macht. Und man denkt vielleicht an komplizierte mathematische Formeln.
Das kann so sein, muss es aber nicht.
Manchmal gibt es auch Erfindungen, die gar nicht kompliziert sind, die vielleicht so einfach sind, dass man denken könnte, das gibt es schon seit ewiger Zeit. X17 ist so etwas. Man versucht – irgendwie – einzelne Seiten in einer Hülle zu halten. Daran ist eigentlich nichts kompliziert – aber noch niemand hatte es vorher gemacht!
Ein Patent ist eine teure Tasse Tee
Wenn man eine Idee hat, hofft man immer, dass man diese für sich behalten kann. Dafür gibt es Patente. Aber Patente sind teuer und national, bzw. regional. Das bedeutet, dass man seine Rechte lokal für jedes Land erwerben muss. Dafür braucht man immer einen teuren Vertreter im Land und auch die Übersetzungen in Landessprache! 3-5000€ pro Land ist normal. Für Europa gibt es Sonderregelungen.
Aber auch das schützt nicht, wie man in dem Fall „Herlitz“ lesen kann. Bei Patentstreitigkeiten wird der Streitwert ermittelt und darauf die Anwaltskosten kalkuliert. Das kann schnell in die 100.000ende gehen – kann sich kein kleines Unternehmen leisten. X17 auf jeden Fall nicht.
X17 - Das Original
Weil ein Patentstreit teuer ist und manchmal auch eine kleine Veränderung am System eine Patentklage ausschließt, bleibt dem Erfinder immerhin der Erfinderstolz. So auch bei X17.
Wir sind stolz, dass aus der Idee X17 so viele Traveller’s Notebooks hervorgegangen sind. Die Zahl geht in die Millionen. Der populärste und erfolgreichste Nachahmer ist Midori mit dem Traveller’s Notebook. Midori kam deutlich später auf den Markt, als X47 und X17. Ein „Danke-für-die-Inspiration-Brief“ von Herrn Midori ist bei mir nie eingegangen. Und dabei sind doch die Japaner immer so ehrenhaft ….
Die Geschichte mit Herlitz
Ebenso wie Midori hat sich Herlitz von X17 „inspirieren“ lassen. Die Geschichte beginnt auf der Paperworld in Frankfurt, der weltgrößten Messe für Papeterieprodukte.
Januar 2012: Eine Mitarbeiterin von Herlitz besucht den Stand von X17, ist begeistert und nimmt X17 Muster mit. Februar 2012: Kontaktaufnahme per E-Mail mit einem Marketing Manager PBS von Herlitz. März 2012: Einladung nach Berlin. Sitzung mit drei Managern und einem Marketingchef. 22.3.2013 Borsigturm. Das Flugticket hat Herlitz natürlich nicht bezahlt. März 2012: Ein Produktmanager bedankt sich per E-Mail an Matthias Büttner für seinen Besuch und startet das Projekt „Papierprodukte nach dem X17-System“. April 2012: Herlitz fordert Muster für den Markttest an. Mai 2012: Testphase, Markttest bei Herlitz Oktober 2012: Der Marketingmanager von Herlitz bietet per E-Mail eine lächerliche Lizenzgebühr an. November 2012: Der Marketingmanager (Oliver Windbrake) schreibt offen: „Unsere Anwälte haben das Patent geprüft. Allerdings sehen sie einige Möglichkeiten, wie man den Schutz umgehen kann. Das wiederum prüfen wir nun, ob derselbe Zweck erreicht werden kann und ob es ähnlich einfach benutzbar ist.“ Dezember 2012: Telefonische Absage vom Marketingmanager November 2013: Ankündigung des neuen Produktes in der PBS aktuell, einer großen Branchenzeitschrift.
Von der Idee über X47 zu X17
Die Geschichte begann ja 1987 mit einem Protoypen der besonderen Art – nicht in der Garage entstanden, aber fast – in der Werkstatt des Vaters. Dann entwickelte sich die Idee des Book-by-Book-Systems über eine Federschiene (X47) zum ElastiX und von der Fremdproduktion zur Eigenproduktion im Hause X17. Hier der Film dazu!